Wie Sie eine effektvolle und praktische Außenbeleuchtung planen

Wie Sie eine effektvolle und praktische Außenbeleuchtung planen

Die Außenbeleuchtung eines Hauses ist praktische Hilfe für Frühaufsteher und Spätheimkommende genauso wie sie effektvoll die Fassade des Hauses in Szene setzt. Eigenheimbesitzer müssen zusätzlich sicherstellen, dass Besucher jederzeit das Grundstück betreten und verlassen können, ohne über verborgene Treppen zu stolpern und vom Weg abzukommen.

Eine geschickt geplante Außenbeleuchtung vermittelt zudem beim Heimkommen und beim Verlassen des Hauses gleichermaßen ein freundliches, wohnliches Ambiente.

 

Nordlux Wandaußenleuchte Pignia
Die Außenbeleuchtung hat praktische Aufgaben, kann und soll aber auch Akzente setzen so wie hier die Nordlux Wandaußenleuchte Pignia. (Fotos: Hersteller)

Technische Grundlagen

Natürlich eignet sich nicht jede Leuchte für die Beleuchtung des Außenbereichs. Denn dafür müssen sie im Zweifel Feuchtigkeit, direkte Wassereinwirkung, Staub und Schmutz aushalten.

Außenleuchten sind zum einen entsprechend mit IP-Schutzklassen ausgestattet, die die verschiedenen Merkmale genauer bezeichnen. Zum anderen ist es bei der Planung schon wichtig, sich die späteren Leuchtenstandorte genauer anzusehen:

  • Wo befindet sich die typische „Wetterseite“, auf der Starkregen oder Hagel ungehindert auftreten?
  • Wo staubt es im Sommer und Herbst besonders stark, beispielsweise nach dem Rasenmähen oder wenn es längere Zeit nicht geregnet hat?
  • Wo bilden sich Staub- oder Schneeverwehungen, wo steht das Wasser auf dem Grundstück?

Bei einem Neubau lassen sich diese Fragen anfangs nicht sofort beantworten, bestehende Gartenanlagen liefern da schon bessere Anhaltspunkte. Erfahrene Fachleute unterstützen in der Regel dabei, die Außenleuchte mit der passenden IP-Schutzklasse für den jeweiligen Standort zu identifizieren.

Sicherheit geht vor: Einfahrt und Wege sicher beleuchten

Die ausreichende Beleuchtung von Wegen, Einfahrten, Parkplätzen und des Türbereichs wird meist als erstes geplant. 

Eine sichere Hausbeleuchtung dreht sich um:

  • Ein-/Ausfahrten inklusive Gebäudegrenzen, Bordsteinkanten, Zaunpfosten oder Hecken als Einfahrtsgrenzen
  • Treppenläufe, Stufen zwischen Grundstückseingang und Parkplatz sowie zur Haustür
  • Haus-/Nebeneingangsbereiche

Insbesondere bei Letzteren gilt: Das Licht muss so gestaltet werden, dass auch mitten in der Nacht das Schlüsselloch gut zu finden ist. Wer zur Haussicherung ein elektronisches Schlosssystem mit integrierter Kamera nutzt, benötigt ebenfalls eine ausreichende Beleuchtung ohne starke Verschattung.

Optimal sind hier zwischen 400 bis 600 Lumen; die gesamte Beleuchtungsplanung hängt aber von der Wegstrecke beziehungsweise der natürlichen Verschattung vor Ort ab. Ein kurzer Hauseingang genau gegenüber der städtischen Straßenbeleuchtung wird geringere Anforderungen stellen als ein mehrere Meter langer Weg entlang einer dichten Bepflanzung.

Ideal geeignet sind dafür Bodenspots und Sockelleuchten für die Weggrenzen sowie Wandleuchten und -laternen an der Hauswand. Up- und Downlights erschaffen interessante Lichteffekte an der Fassade; Poller und Sockelleuchten bieten ein eher dezentes Licht auf Boden- bis Hüfthöhe.

Helestra Polleraußenleuchte Sky
Beispiel für eine Polleraußenleuchte: Helestra Sky. (Fotos: Hersteller)

Bewegungsmelder sorgen dafür, dass das Licht nur bei Bedarf strahlt. Ein Dauerbetrieb in der Nacht ist nur selten ratsam. Über solche Bewegungssensoren lässt sich nicht zuletzt der Stromverbrauch reduzieren. Smarte Steuerungen können die Außenbeleuchtung ergänzen, um beispielsweise von unterwegs bereits die Beleuchtung im Außenbereich anzuschalten.

Fassadenstrahler und hausnahe Bodenspots inszenieren insbesondere die Hausfassade, ohne dabei speziell für sichere Wege zu sorgen. Sie sind vor allem dekorativ und in der Regel auf den der Straße zugewandten Seiten in Gebrauch.

Beachten Sie dazu auch weiter unten die Hinweise zum Thema Umweltschutz und Lichtverschmutzung.

Tipp: Diese Effektbeleuchtung für Außen können Sie in aller Regel per Zeitschaltuhr auf wenige Stunden Beleuchtung pro Nacht begrenzen – denn nach Mitternacht wird der kunstvolle Lichteffekt nur noch selten von staunenden Fußgängern bewundert.

Akzente setzen: Terrassen und Balkone

Wer abends gemütlich auf der Terrasse sitzt, tut das nur ungern in völliger Finsternis. Eine angemessene Beleuchtung für gemütliche Sommerabende ist ein absolutes „Must-have“ für moderne Außenanlagen.

Ist die Terrasse direkt ans Haus angegliedert? Dann bieten sich Wandleuchten und Wandlaternen für eine Grundbeleuchtung an. Das gilt auch für angelagerte Dachterrassen oder großzügige Balkone, die ausreichend Platz für gemütliche Stunden bieten. Spots im Dachüberstand bieten zusätzliche Helligkeit für Partys und längere Aufenthalte im Garten.

Ist die Terrasse bei Ihnen zentraler im eigentlichen Gartenbereich angelegt? Dann können stattdessen Sockel- und Pollerleuchten den Weg dorthin illuminieren; Spots als Begrenzungslichter für die Terrassengrenzen schaffen ebenfalls ein angenehmes Licht.

Achten Sie auf möglichst warme, blendfreie LEDs zur Terrassenbeleuchtung mit um die 400 bis 600 Lumen. Je dunkler die Umgebung, desto niedriger kann generell die Grundbeleuchtung ausfallen. Zum Lesen, für Spieleabende oder für einen abendlichen Snack im Garten sind ergänzende Tischleuchten, Solarlaternen oder Ähnliches geeignet. Sie erhellen den Tisch direkt, ohne den Garten voll auszuleuchten.

Tipp: Ultraviolettes und infrarotes Licht zieht verstärkt Insekten an. Wählen Sie die Leuchtmittel entsprechend aus, um die nächtlichen Besuche von Mücken und Co. niedrig zu halten.

Teiche und kleinere Weiher werden gern mit passender Rand- und stimmiger Unterwasserbeleuchtung erhellt. Besteht der Teich bereits, lassen sich solarbetriebene Leuchten ergänzen. Wird das Gewässer erst noch angelegt, sollte die entsprechende Verkabelung beim Planungsprozess unbedingt bedacht werden!

Auch hier gilt: Naturnahe Teiche werden besser gar nicht beleuchtet – oder nur gelegentlich zu besonderen Anlässen mit dezenten, warmweißen Lichtern in Szene gesetzt.

Umweltschutz und Gartenbeleuchtung

Zunächst: Gemeinde und Städte verfügen in der Regel über klare Vorgaben im Rahmen des Lichtemissionsschutzgesetzes. Welche maximale Lumenanzahl in städtischen oder ländlichen Gärten zum Einsatz kommen darf, ist deshalb meist nach oben hin begrenzt.

Deshalb lohnt sich die Nachfrage beim zuständigen Amt vor Ort, bevor die Gartenanlage mit einem ausgeklügelten Beleuchtungssystem versehen wird.

Ist das geklärt, können Sie das In-Szene-Setzen des Gartens angehen:

  1. Gibt es besonders schöne Bäume, Büsche oder Blumenrabatte, die mittels Bodenstrahler hervorgehoben werden sollen?
  2. Gibt es einen Teich oder ein Fließgewässer auf dem Grundstück, dass beleuchtet werden soll?
  3. Gibt es Wege zwischen Haus, Terrasse und Wirtschaftsgebäuden wie Gartenhütten, die zusätzlich erhellt werden müssen?

Wird frisch gebaut beziehungsweise die Gartenanlage neu geplant, lassen sich entsprechend der skizzierten Fixpunkte Stromkabel und wettergeschützte Erdsteckdosen anlegen.

Tipp: Planen Sie – wenn das für Sie wichtig ist – auch gleich die saisonale Beleuchtung mit ein! Wer seinen Vorgarten gern mit winterlichen Lichterketten schmückt, profitiert von passenden Erdsteckdosen in unmittelbarer Nähe, statt meterlange Verlängerungskabel quer durch den Garten verlegen zu müssen.

In bestehenden Gärten mit nachträglicher Beleuchtungsplanung sollten Leitungen möglichst bodenschonend verlegt werden. Das bedeutet meist, die Grasnarbe vorsichtig abzutragen, Kabelschächte anzulegen und Erdkabel zu verlegen.

Oder: Sie setzen auf solarbetriebene Leuchten, die über Dämmerungsschalter verfügen. Sie können tagsüber ausreichend Solarenergie aufnehmen und spenden nachts automatisch einen angenehmen Lichtschein. Smarte Leuchten werden direkt über App und zentral vom Haus aus gesteuert, benötigen aber etwas mehr Energie.

Typische Leuchtentypen im Gartenbereich sind:

  • Bodenstrahler (Halbkugeln, Spots) in Blumenrabatten oder unterhalb von Bäumen und Büschen
  • Stand-/Pollerleuchten entlang von Wegen oder neben Sitzbereichen
  • Mastleuchten und Kandelaber, meist verteilt über großflächige Gartenanlagen mit Parkcharakter

Aus Umweltschutzgründen sollten Sie naturnahe Gärten generell so wenig wie möglich beleuchten, um den Tag-Nacht-Rhythmus von Fauna und Flora zu unterstützen. Gegen gelegentliche stimmungsvolle Lichteffekte spricht aber wenig, solange 

  • die Lichtstrahlung vorrangig von oben nach unten angelegt wird,
  • überwiegend warme Farbtemperaturen mit sehr niedriger Lumenzahl verwendet werden,
  • keine nächtliche Dauerbeleuchtung geplant ist.

So haben Pflanzen- und Tierwelt die Chance, sich nachts entsprechend ihrer Natur zu regenerieren – oder im Schutz der Dunkelheit auf Futtersuche zu gehen.

Schlusswort

Bei der Planung der Außenbeleuchtung sind viele Faktoren bedeutend. Sicherheit und die praktische Steuerung über smarte Technologien stehen mittlerweile ganz weit vorne – aber hübsch und effektvoll darf die Beleuchtung von gepflegten Gärten und schönen Hausfassaden trotzdem ausfallen.

Unser Fachpersonal beantwortet Ihnen gern alle Fragen zur individuellen Planung Ihrer Außenbeleuchtung. Sprechen Sie uns darauf an!