Einbaustrahler erklärt: Was man vor dem Kauf wissen sollte

Einbaustrahler erklärt: Was man vor dem Kauf wissen sollte

Einbaustrahler machen auf den ersten Blick vielleicht nicht viel her – man sieht sie ja kaum! Aber schaut man genauer hin, ergeben sich mit ihnen viele kreative und praktische Möglichkeiten. So sind sie zum Beispiel perfekt für kleine Räume oder Dachschrägen, bieten sich aber auch für kreatives Lichtdesign an.

In diesem Artikel geben wir Ihnen einen umfassenden Überblick und beantworten wichtige Fragen.

Was sind Einbaustrahler?

Einbaustrahler, auch als Einbauleuchten bekannt, werden in der Regel versenkt in der Decke montiert. Das ist aber nicht der einzige Ort, an dem man sie findet: Ebenso machen sie sich nützlich in Wänden, im Fußboden oder sogar in Schränken.

Ihre Besonderheit: Von der eigentlichen Leuchte sehen Sie (fast) nichts. Dadurch sind sie besonders platzsparend und flexibel einetzbar. Sie können einen kleinen Raum größer wirken lassen und eine niedrige Decke höher. Sie sind außerdem perfekt, wenn Sie einen möglichst aufgeräumt-minimalistischen Look mögen.

Da Einbaustrahler versenkt montiert werden, brauchen sie dafür allerdings entsprechend Platz, in Decke, Wand oder Fußboden. Auch die Kabel müssen verlegt werden. Deshalb kommen solche Leuchten oft in abgehängten Decken zum Einsatz. Und aus demselben Grund werden sie meist bei einem Neubau oder einer umfassenden Renovierung eingebaut.

Wofür lassen sich Einbauleuchten einsetzen?

Für Einbauleuchten gibt es etliche Einsatzfelder. Drei der wichtigsten:

1. Akzente setzen mit einzelnen Strahlern

Sie können die Strahler sehr gezielt einzeln einsetzen. Sie eignen sich dann beispielsweise, um eine Leseecke zu beleuchten, einen besonderen Gegenstand wie ein Kunstwerk hervorzuheben oder um mit Akzentlichtern den Raum zu gestalten. Achten Sie in diesen Fällen darauf, ob ein fixierter Strahler ausreicht, denn es gibt auch schwenkbare Modelle. Deren Flexibilität macht sich zum Beispiel nützlich, wenn Sie den Raum doch einmal umgestalten möchten.

2. Interessantes Lichtdesign mit Sets

Da die meisten Einbaustrahler sehr kompakt sind, können Sie ein Set aus mehreren Leuchten einsetzen, um mit Licht zu gestalten. Eine Linie aus mehreren Leuchten kann den Weg durch den Flur weisen. Sie können Muster umsetzen und damit interessante Effekte bis hin zum „Sternenhimmel“ erzielen. 

Dimmbare Modelle eröffnen weitere Möglichkeiten. Achten Sie darauf, dass Leuchten und Dimmer zueinander passen. Mehr dazu in diesem Artikel.

3. Flächendeckende Beleuchtung

Einbauleuchten eignen sich bei alldem nicht nur als Ergänzung zu anderen Lampen, sondern ebenso als Hauptlichtquelle. Das bietet sich vor allem an in kleinen Räumen oder bei niedrigen Decken. Beispiele sind hier der Flur, das Treppenhaus oder das Bad.

Und sie sind ideal, wenn ein minimalistisch-cleaner Look gewünscht ist.

Ideen für einzelne Räume

Nachdem wir uns die Grundlagen angeschaut haben, gehen wir jetzt in die Praxis. Wie können Sie solche Einbaustrahler einsetzen?

Wohnzimmer

Im Wohnzimmer werden Sie Spotleuchten vor allem in drei Situationen vorfinden:

1. Als Akzentlicht, das beispielsweise die Form des Raums betont oder ein besonderes Möbelstück oder Kunstwerk hervorhebt.

2. Als Stimmungslicht, vor allem in gedimmter Form. Es schafft eine heimelige Atmosphäre.

3. Als Funktionslicht, um beispielsweise einer Leseecke ausreichend zu erhellen, ohne deshalb gleich den gesamten Raum in Flutlicht zu tauchen.

Küche

Die Küche hat heute mehr Aufgaben zu erfüllen als in früheren Jahren. War sie lange Zeit vor allem auf Funktion ausgerichtet, sind heute offene Küchen und Wohnküchen en vogue. Das bedeutet: Sie möchten das Licht hier entsprechend anpassen können. Hell soll es sein für Arbeitsbereiche und fürs Saubermachen, eher gemütlich und gedämpfter fürs Beisammensein am Esstisch.

Mögliche Einsatzfelder für Einbauleuchten:

1. Als gezielte Leuchten für bestimmte Arbeitsbereiche. Hier sollten Sie bei der Platzierung der Strahler darauf achten, dass Sie selbst keinen Schatten auf Ihre Hände werfen. Die Spots können also beispielsweise unter Regalen oder Oberschränken angebracht sein.

2. Wie beim Wohnzimmer sind sie als Stimmungslicht oder Akzentlicht einsetzbar, um Lichtstimmungen von „Arbeitslicht“ bis „Gemütlichkeit“ zu schaffen.

Bad

Im Bad wollen Sie meist helles und klares Funktionslicht haben, damit Sie für die tägliche Körperpflege alles bestens sehen und erkennen können. Ist Ihr Badezimmer zugleich Ihre ganz private Wellness-Oase, brauchen Sie außerdem Stimmungs- und Akzentlichter.

Einbaustrahler bieten sich im Bad vor allem an, weil sie so kompakt sind, denn oftmals ist hier nicht genug Platz für ausladende Lampen. Achten Sie beim Kauf vor allem auf die IP-Schutzarten (mehr dazu unten).

Flur und Treppenhaus

In Flur und Treppenhaus bieten sich Einbauleuchten an, weil sie so platzsparend sind und sich enorm flexibel einsetzen lassen. So können Sie allein schon durch die Platzierung den Weg weisen – beispielsweise in einer geraden Linie.

Außerdem können Sie Strahler für die Grundbeleuchtung in der Decke einplanen, und zusätzliche Strahler für eine gedimmte, aber dennoch sehr hilfreiche Nachtbeleuchtung. Im Treppenhaus könnten die Strahler in den Stufen oder in der Wand eingebaut sein.

… und mehr

Wie Sie an diesen Beispielen sehen: Sie sollten Einbaustrahler auf jeden Fall für Ihre Lichtplanung im Hinterkopf haben. Das gilt idealerweise für alle, die einen Neubau planen oder eine umfassende Renovierung.

In diesen Fällen machen sich diese Leuchten auch in vielen anderen Räumen nützlich – vom Kinderzimmer über das Gästezimmer bis zum Hauswirtschaftsraum. 

Sechs Einbaustrahler aus unserem Angebot
Sechs Beispiele für Einbaustrahler aus unserem Angebot.

Worauf sollte ich beim Kauf achten?

Damit Sie sich das richtige Modell für Ihren Anwendungsfall aussuchen, haben wir nun einige Tipps und Hinweise für Sie:

Lumen & Helligkeit: Wie viele Einbaustrahler brauche ich?

Vor allem wenn Sie Ihre Einbaustrahler für die flächendeckende Beleuchtung einsetzen möchten, stellt sich bald die Frage: Wie viele brauche ich eigentlich, damit es hell genug ist?

Hier begegnet Ihnen die Maßeinheit Lumen (lm) für den Lichtstrom. In einem eigenen Artikel erklären wir, was es mit Lumen auf sich hat.

Sie werden meist Angaben in Lumen pro Quadratmeter vorfinden. Beispiel: Für die Küche werden allgemein 250 bis 300 Lumen pro Quadratmeter empfohlen. Ist der Raum 20 Quadratmeter groß, sollten sich Ihre Leuchten also auf 5000 bis 6000 Lumen summieren. Sie finden die Lumen-Angabe bei jeder Leuchte und jedem Leuchtmittel.

Beachten Sie hier zwei Dinge: Erstens benötigen Sie unterschiedlich viel Licht für unterschiedliche Aufgaben. Sie sollten die Lampen also flexibel hinzu- oder abschalten können. Dimmer sind ebenfalls eine gute Idee. Und zweitens müssen die Lampen so platziert sein, dass sie die wichtigen Bereiche blendfrei und gleichmäßig ausleuchten.

Einbautiefe

Je nach Anwendungsfall haben Sie mal mehr, mal weniger Platz für Einbauleuchten. Es gibt deshalb Modelle mit unterschiedlicher Einbautiefe. Von einer „geringen Einbautiefe“ wird ab 3 Zentimetern gesprochen.

Achten Sie auf diese Information in der Produktbeschreibung.

IP-Schutzarten für Küche und Bad

IP-Schutzarten beschreiben mit zwei Ziffern, wie gut Leuchten gegen das Eindringen von Fremdkörpern sowie gegen Wasser geschützt sind. Vor allem im Bad, aber auch in der Küche sollten Sie darauf achten.

Was Sie brauchen, hängt von der Platzierung ab. Mehr dazu in unserem Ratgeber-Artikel rund um IP-Schutzarten.

Schwenkbar oder fix

Schwenkbare Modelle sind in vielerlei Hinsicht flexibler. Denn manchmal möchten Sie vielleicht nicht, dass das Licht direkt von oben kommt, weil das unschöne Schatten werfen kann, wenn Sie beispielsweise ein Kunstwerk oder eine Vase anleuchten. Zugleich haben Sie mit schwenkbaren Modellen generell mehr Spielraum dabei, wo genau Sie den Strahler platzieren. Und sollten Sie doch einmal umräumen, können Sie den Spot in diesem Fall recht einfach neu ausrichten.

Achten Sie aber darauf, wie stark sich der Einbaustrahler ausrichten und schwenken lässt. Je nach Anwendungsfall kann eine Aufbauleuchte wie ein Spot die bessere Lösung sein. Auch die sind oftmals sehr kompakt und nehmen nicht viel Platz ein.

Einbaustrahler mit einer festen Aufgabe müssen hingegen nicht schwenkbar sein.

Breite des Lichtkegels (Ausstrahlungswinkel)

Je nach Modell fällt der Lichtkegel unterschiedlich breit oder eng aus. Es kommt hier ganz auf Ihre Wünsche und Ansprüche an, was sich für Ihren Fall besser eignet. Ein breiter Ausstrahlungswinkel sorgt dafür, dass eine größere Fläche ausgeleuchtet wird. Das ist ideal, wenn Sie die Einbaustrahler als Hauptlichtquelle nutzen. Wollen Sie hingegen sehr gezielt ein Element des Raums ausleuchten, ist ein enger Lichtkegel besser.

Form und Material

Einbauleuchten sind naturgemäß keine Designhighlights und Hingucker wie manche andere Leuchten. Aber immerhin haben Sie hier die Auswahl unterschiedlicher Materialien und Farben.

In Sachen Form: Die meisten Modelle sind kreisrund. Es gibt aber auch solche mit einer quadratischen Grundform und einem runden Licht in der Mitte.

Farbtemperatur

Die Farbtempeartur zu guter Letzt entscheidet darüber, wie das Licht wirkt. Sie reicht von rötlich-warm bis hin zu bläulich-kühl. Je wärmer die Farbtemperatur, desto gemütlicher ist das Licht. Das eignet sich also vor allem für Stimmungslicht am Abend. Je kühler die Farbtemperatur, desto eher fördert es die Konzentration. Das ist also wiederum ideal für alle Arbeitsbereiche in der Küche oder fürs Homeoffice und Büro.

Farbwiedergabe

Wenn Sie sich nach LED-Einbaustrahlern umschauen (siehe unten), ist auch die Qualität der Farbwiedergabe ein mögliches Kriterium. Der Farbwiedergabeindex (Ra) beschreibt, wie natürlich das Licht ist. Der Maximalwert ist 100.

In Büros und Werkstätten sollte ein Wert von 80 nicht unterschritten werden. Auch in der Küche kann es sinnvoll sein, um sicher beurteilen zu können, wie frisch bestimmte Lebensmittel sind. Für Wohn- und Schlafräume ist es hingegen weniger entscheidend, wie „korrekt“ die Farben sind.

LED-Einbaustrahler

Wie in vielen anderen Bereichen, haben LEDs inzwischen auch bei den Einbaustrahlern Einzug gehalten. Und das aus gutem Grund, denn sie haben etliche Vorteile:

  1. Stromsparend: Im Vergleich zu früher üblichen „Glühbirnen“ oder Halogen-Lampen verbraucht eine LED nur einen Bruchteil der Energie für dieselbe Leuchtleistung. Beispiel: Eine Glühlampe mit 60 Watt, eine Halogen-Lampe mit 45 Watt und eine LED-Lampe mit gerade einmal 7 Watt haben eine vergleichbare Helligkeit.
  2. Geringe Wärmeentwicklung: Weil LEDs so effizient sind, werden sie längst nicht so warm. Glühlampen haben früher nur einen deutlich kleineren Teil der Energie in Licht umgewandelt und den Rest in Wärme. Gerade für Einbaustrahler sind LEDs damit perfekt: Sie müssen sich um Probleme mit der Abwärme viel weniger Gedanken machen.
  3. Kompakt: Da LEDs das Licht auf eine andere Weise erzeugen, lassen sich damit sehr viel kompaktere Leuchten umsetzen. Auch das ist perfekt für Strahler.
  4. Lange Lebensdauer: Nicht zuletzt halten LEDs deutlich länger als ihre Vorgänger. Rechnen Sie hier mit mehr als 15.000 Stunden. Bei Halogenstrahlern sind es je nach Modell zwischen 1.000 und 5.000 Stunden.

Brauche ich einen LED-Treiber (Trafo)?

Ob Sie einen LED-Treiber brauchen oder nicht, hängt tatsächlich vom Modell ab. Einige haben ihn bereits eingebaut. Diese Leuchten können Sie also direkt ans 230-Volt-Stromnetz anschließen. Andere hingegen benötigen den Trafo. Achten Sie darauf bei der Produktbeschreibung.

Schlusswort

Wer hätte gedacht wie nützlich Leuchten sein können, die man kaum sieht? Aber genau das ist eben der Reiz der Einbaustrahler: Sie kommen auch dann zum Einsatz, wenn der Raum klein oder die Decke niedrig ist. Aber nicht nur da: Sie sind ebenfalls perfekt für interessante Beleuchtungsideen, wenn sie als Akzent- oder Stimmungslicht zum Einsatz kommen.

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