Tipps zum Energiesparen bei der Beleuchtung

Tipps zum Energiesparen bei der Beleuchtung

Gut 15 Prozent macht die Beleuchtung beim monatlichen Energieverbrauch eines Privathaushaltes aus. Im Handel und im Handwerk sind es zirka 28 Prozent, die Industrie kommt auf knapp 10 Prozent. Das klingt zunächst gar nicht so viel. Bedenkt man aber steigende Stromkosten und ein wachsendes Bewusstsein für knapper werdende Ressourcen, ergibt es viel Sinn, sich mit dem Thema Energiesparen zu befassen. In diesem Artikel versammeln wir einige Tipps und Hinweise dazu.

In aller Kürze:

  • LED-Leuchten sparen 80 Prozent Strom im Vergleich zu alten „Glühbirnen“
  • geschickt platzierte Reflektoren und eine optimale Leuchtenhöhe senken den Lichtbedarf
  • Dämmerungssensoren, Bewegungsmelder und Zeitschaltuhren helfen beim Energiesparen
  • Beleuchtungsgewohnheiten hinterfragen

Generell: Energie sparen durch geschicktere Lichtgestaltung

Jeder Raum hat seine Eigenheiten, die gerade auch bei der Lichtplanung eine wichtige Rolle spielen. Steht neben der Funktionalität und der atmosphärischen Gestaltung auch der Gedanke an Nachhaltigkeit im Raum, kann das ebenfalls mit einfließen.

Beispiel: Das Zusammenspiel aus Tageslicht, künstlichem Licht und Dämmerungsphasen sollten Sie je nach Raumausrichtung beachten. Ost- und Westzimmer können bei gewerblicher Nutzung von Tageslichtsensoren profitieren. In nach Süden ausgerichteten Räumen wollen Sie dagegen herausfinden, wie Sie das Tageslicht hereinlassen, ohne Blend- und Hitzeschutz nötig zu machen, die durch ihre Verdunklung wieder eine zusätzliche Beleuchtung erfordern.

Der professionelle Einsatz von Reflektoren und Spiegeln sowie eine geschickte Anordnung der verwendeten Lampen machen sich im Lichtbedarf bemerkbar. Räume wirken dadurch optimal ausgeleuchtet, auch wenn weniger Lampen zum Einsatz kommen.

Schauen wir uns einmal einige konkrete Tipps an, die sowohl für private Räume als auch gewerblich genutzte Gebäude gelten können:

Hohes Einsparpotenzial

  • Falls noch nicht geschehen: Glühlampen gegen LED-Lampen austauschen! Das spart zwischen 60 bis 80 Prozent an Energie ein. Falls LED keine Option ist, sind Eco-Halogenlampen vielleicht sinnvoller. Selbst dann liegt die Ersparnis noch bei gut 30 Prozent. In diesem Beitrag gibt es eine Vergleichstabelle.
  • Selten genutzte Räume wie Lager oder Abstellkammern mit Bewegungsmeldern ausstatten. Bringt je nach Raumnutzung zwischen 20 und 80 Prozent Einsparung.
  • Abhängig von der Raumnutzung können Zeitschaltuhren sinnvoll sein. Dann schaltet sich das Licht in Schaufenstern oder im Gartenzu den Zeiten aus, an denen sie nachts sowieso niemand sieht. Bringt zwischen 20 und 80 Prozent an Ersparnis ein. Oder falls eine Beleuchtung aus Sicherheitsgründen benötigt wird, reicht vielleicht eine sparsamere Nachtbeleuchtung im Verkaufsraum oder eine Lampe mit Bewegungsmelder für die Haustür.

Mittleres Einsparpotenzial

  • Reflektoren nachrüsten. Bietet sich vor allem in Räumen mit hohen Decken an und kann zwischen 30 bis 50 Prozent Energie einsparen.
  • Decke und Wände weiß streichen. So wird das Licht besser reflektiert und der Lichtbedarf gesenkt. Das schafft eine Ersparnis von bis 50 Prozent und ist besonders effizient, wenn es im Rahmen einer Renovierung mitbedacht wird.
  • Die Lampenhöhe absenken, um den Lichtschein gezielter zu nutzen und Streueffekte zu minimieren. Senkt bei hohen Räumen die Energiekosten um bis zu 20 Prozent.
  • Tageslichtsensoren samt Dimmer nutzen: kein Lichtverlust für die Frühschicht oder Frühaufsteher, aber effizienter Lichteinsatz sobald das Tageslicht ausreichend in die Räume fällt. Spart immerhin zwischen 10 und 30 Prozent und bietet sich in Räumen mit großen Fensterflächen mit Ost- und Südlage an.

EU-Energielabel

Illustration zeigt altes und neues EU-Energielabel im Vergleich und wie es auf einer Leuchten-Verpackung aussieht
Ein altes und das neue EU-Energielabel im Vergleich (links) und wie es auf einer Verpackung aussieht. (Illustrationen: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie)

Moderne LED-Leuchten sind wie oben erwähnt sehr sparsam im Energieverbrauch. Wie sparsam genau, können Sie anhand des EU-Energielabels ablesen. Dabei wird der Stromverbrauch in kW/h pro 1.000 Stunden Nutzung ausgewiesen. Seit Anpassung des Energielabels im September 2021 wird dabei sowohl der Stromverbrauch des Leuchtmittels als auch eventuell benötigter Netzteile einbezogen.

Dabei wurde zugleich die Skala neu gesetzt, damit Unterschiede zwischen verschiedenen Modellen wieder deutlich werden. Denn in den letzten Jahren sind so viele Lampen und Leuchten zu Energiesparmeistern geworden, dass sie sich fast alle in der höchsten Stufe getummelt haben. Das aber half den Verbrauchern beim Kauf kaum weiter.

Lassen Sie sich deshalb nicht von scheinbar schlechten Bewertungen auf dem Label automatisch abschrecken. Praktisch alle heute verfügbaren Leuchtmittel und Lampen sind energiesparend. Je länger eine Leuchte pro Tag zum Einsatz kommt, desto wichtiger ist das Label. Mehr zum aktualisierten EU-Energielabel haben wir in diesem Artikel für Sie.

Tipps zum Energiesparen im Gewerbe

In gewerblich genutzten Räumen, in Büros und in der Industrie regeln unter anderem Vorschriften zur Arbeitssicherheit, wie sie zu beleuchten sind. Grundsätzlich sind Sie als Unternehmer an diese Regelungen gebunden.

Ein wenig Spielraum für effizientere und damit kostensparende sowie ressourcenschonende Beleuchtung ist aber immer. Am besten nehmen Sie das gesamte Lichtkonzept unter die Lupe:

  • Welches Licht dient der Arbeitssicherheit, welches ist unverzichtbar für die Produktion oder um andere anfallende Arbeiten zu erledigen?
  • Welche Beleuchtung ist vor allem aus Präsentationszwecken geschaltet?
  • Wann genau wird das Licht benötigt und lässt sich die Tageslichtnutzung noch optimieren, um den Energieverbrauch zu reduzieren?
  • An welcher Stelle sind veraltete Leuchtmittel im Einsatz und rentiert sich eventuell der Umstieg auf effizientere Lampen mit passenden Reflektoren für eine bessere Lichtabdeckung?

Energiespartipps für Privaträume

Im häuslichen Bereich sind es vor allem die Leuchten, die beim Verlassen des Raums vergessen wurden, die unnötig den Strombedarf erhöhen. Beispiele gibt es auch im Außenbereich: Die Lampe an der Haustür wird per Schalter betätigt. Beim Verlassen des Hauses bleibt sie an – und das oft für Stunden. Ein Bewegungsmelder würde dafür sorgen, dass die Außenleuchte nur bei echtem Bedarf den Weg erhellt.

Saisonale Beleuchtung zum Beispiel für die Weihnachtszeit können Sie per Dämmerungssensor, Zeitschaltuhren und Co. so steuern, dass die schöne Lichtinszenierung bestens zur Geltung kommt. Gleichzeitig wird sie bei Nichtbedarf, zu später Nachtstunde oder im hellen Tageslicht ausgeschaltet.

Gleiches gilt für den seltener frequentierten Keller, für Treppen und Flure abseits der ständigen Laufwege: Die Hände sind voll, das Licht bleibt ja „nur kurz“ an – und wird dann doch vergessen. Bewegungsmelder sind in diesen Bereichen hilfreich und entlasten nicht nur das Strombudget, sondern auch den Kopf. Denn dann kann niemand mehr das Ausschalten vergessen, denn das erledigt die Leuchte praktischerweise von allein.

Mit smarten Leuchten lässt sich der Strombedarf teils tagesaktuell prüfen. Auch von unterwegs können Sie dann kontrollieren, ob alle Leuchten im Haus aus sind.

Integrierte Dimmer reduzieren die Helligkeit, schaffen ein angenehmes Ambiente und sorgen gleichzeitig für einen geringeren Stromverbrauch. Selbst solche Kleinigkeiten tragen auf lange Sicht dazu bei, nachhaltig Energie und damit Ressourcen zu schonen.

Schlusswort

Beim Energiesparen sind es oft die elektronischen Geräte, die einem sofort einfallen. Aber neben Kühlschrank, TV oder den diversen Smartphones eines Haushaltes sind es eben auch die zahlreichen Lichter, die zum Stromverbrauch beitragen. Das lässt sich mit modernen Leuchtmitteln und einem geschickten Lichtkonzept optimieren.